Beethoven: Christus am Ölberge, op. 85
Termin
Fr. 26.03.2027, 15:00 Uhr
Carolin Jurkat (Seraphim - Sopran)
Hubert Schmid (Jesus - Tenor)
Benedikt Eder (Petrus - Bass)
Madrigalchor bei St. Anna
Capella St. Anna
Kantor Johannes Eppelein (Leitung)
Karten ab 12 € (ermäßigt: 8 €) sind ab 6. Dezember online und an allen Vorverkaufsstellen von Reservix erhältlich.
Beschreibung
Im traditionellen Konzert zur Todesstunde am Karfreitag um 15 Uhr bringt der Madrigalchor bei St. Anna ein höchst selten zu hörendes Passionsoratorium zur Aufführung: Christus am Ölberge (op. 85) für Sopran-, Tenor-, Bass-Solo, Chor und großes Orchester von Ludwig van Beethoven. Die Auswahl dieses Werks ist allerdings mehr als eine Reminiszens an den auf den Tag genau vor 200 Jahren verstorbenen Großmeister (26. März 1827).
Beethovens Passionsoratorium Christus am Ölberge ist ein gattungsmäßig singuläres Oratorium, das u.a. mit seiner großartigen, geradezu opernhaften Musik unbedingt hörens- und erlebenswert ist: Ein gänzlich anderes Passionsoratorium - und in dieser Ausformung zweifellos einmalig in der Geschichte vokal-instrumentaler geistlicher Musik.
In dem 1803 uraufgeführten Werk gelang es Beethoven, einerseits an eine Tradition des 18. Jahrhunderts anzuknüpfen, andererseits aber auch die aufblühende Gattung des deutschsprachigen Oratoriums mit seinem persönlichen Stil zu prägen – die Wiener Aufführungen der Schöpfung und der Jahreszeiten von Haydn lagen erst wenige Jahre zurück. Er orientierte sich bei der Komposition an der zeitgenössischen Oper und verwendete den Text eines Opernlibrettisten, um die dramatische Situation des zweifelnden Jesus im Garten Gethsemane und die Gefangennahme in musikalisch tiefempfundenen Szenen umzusetzen.
Die Handlung des Oratoriums setzt im Garten Gethsemane ein, als Jesu Verhaftung kurz bevorsteht und dieser seinen Vater um Trost bittet, gleichzeitig aber seinen bevorstehenden Kreuzestod „zum Heil der Menschheit“ willkommen heißt. Als die Krieger auftauchen, um Jesus zu verhaften, bittet dieser seinen Vater, die Leidensstunden mögen „rasch wie die Wolken, die ein Sturmwind treibt“ vorübergehen. Währenddessen flehen die Jünger um Erbarmen. Petrus versucht, Jesus zu retten, wird aber von diesem davon abgehalten. Als Jesus von den Kriegern verhaftet wird, beschließt ein Chor der Engel das Werk.
Ergänzt wird das Karfreitagskonzert durch zwei Kleinode: Zunächst die Choralkantate über das Passionslied O Haupt voll Blut und Wunden von Felix Mendelssohn Bartholdy für Bariton, Chor und großes Orchester, die jener - gerade 21 Jahr alt geworden - wohl unter dem Einfluss der Wiederaufführung der Bach'schen Matthäuspassion schrieb. Der das Kreuzesgeschehen in all seiner Grausamkeit betrachtende Choral von Paul Gerhardt (1607-1676) ist wohl das bekannteste Passionslied überhaupt und bildet die Grundlage für die drei Kantatensätze: Eine auslandende Choralbearbeitung für Chor und Orchester, eine wunderbare Bariton-Arie sowie ein Schlusschoral mit bedrohlich anmutender Orchesterbegleitung. Inhaltlich schlägt die Choralkantate den Bogen von Beethovens mit der Gefangennahme Jesu schließendem Oratorium zum Kreuzeshügel Golgatha. Hier setzt mit den Worten Mariens unter dem Kreuze das dritte Werk des Konzerts an:
Das Stabat mater in g-Moll (op. 138) für Chor und Streichorchester von Josef Gabriel Rheinberger ist eines seiner persönlichsten Werke. Er vertonte die lateinische Sequenz über die sieben Schmerzen Mariens im Sommer 1884 aus Dankbarkeit für die Besserung eines Handleidens, an dem er seit mehr als zehn Jahren gelitten hatte. Der v.a. in München wirkende 1901 verstorbene Romantiker ist bekannt für seine höchst kantable Stimmführung und berührende Innigkeit. Ein Musterbeispiel hierfür stellt auch sein "kleines" Stabat mater dar. Rheinberger gelingt es feinsinnig, die Atmosphäre von Leid und Schmerz im Anblick des Kreuzes mit raffinierten harmonischen Wendungen immer wieder in Hoffnung und Erlösung zu verwandeln. So verklingt das Konzert zurückhaltend, aber doch zuversichtlich.
Welten singen Dank und Ehre dem erhab’nem, Gottes Sohn
In Vorbereitung auf das Konzert findet unter dem Titel Welten singen Dank und Ehre dem erhab’nem, Gottes Sohn am Mittwoch, 10. März, um 19:30 Uhr ein Einführungsabend im Ernst-Troeltsch-Raum (Hollbau, Im Annhof 4) statt. Pfarrerin Bettina Böhmer-Lamey (Evangelisches Forum Annahof) und Kantor Johannes Eppelein (Kirchenmusik St. Anna) geben theologische und musikalische Einblicke in das Oratorium "Christus am Ölberge" sowie in die beiden ergänzenden Werke von Mendelssohn und Rheinberger. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Die Mitwirkenden des Konzerts
sind die Sopranistin Carolin Jurkat, Tenor Hubert Schmid, Bass Benedikt Eder, der Madrigalchor bei St. Anna und die Capella St. Anna in sinfonischer Besetzung. Die Leitung des Konzerts liegt in den Händen von Kantor Johannes Eppelein.
Karten für das Konzert
sind über den Ticketanbieter Reservix erhältlich. Neben der Möglichkeit, sich online selbst ein Ticket zu buchen, können Sie auch zu einer der zahlreichen Reservix-Vorverkaufsstellen in Augsburg gehen oder die Tickethotline 0761-88849999 anrufen. Tickets sind außerdem zu den Öffnungszeiten im Kirchenmusikbüro in der Fuggerstraße 8 (nur Barzahlung) erhältlich.
Hier geht's zu den Online-Tickets (VVK-Start: 06.12.2026).
Reservix-Vorverkaufsstellen in Augsburg und Umgebung:
- Augsburger Allgemeine Kundencenter, Maximilianstraße 6, 86150 Augsburg
- Buchhandlung am Obstmarkt, Obstmarkt 11, 86152 Augsburg
- Cag Tur Zafer Reisen, Ulmer Straße 9 1/2, 86154 Augsburg
- Rathaus Stadtbergen, Oberer Stadtweg 2, 86391 Stadtbergen
- Touristinfo Königsbrunn, Marktplatz 9, 86343 Königsbrunn
Der Einlass zum Konzert ist mit dem klassischen Reservix-Ticket ebenso möglich wie mit einem print@home- oder einem Handyticket.
Die Karten kosten 42,- €/35,- €/28,- €/20,- €/12,- € (ermäßigt: 35,- €/28,- €/20,- €/12,- €/8,- €). Ermäßigungsberechtigt sind Menschen bis zur Vollendung des 30. Lebensjahrs sowie Menschen mit Behinderung (Grad der Behinderung ab 60%). Eingetragene Begleitpersonen benötigen kein Ticket und zahlen keinen Eintritt.
Fast 90% unserer Plätze sind als feste Platzkarten buchbar. Die fünf Preiskategorien geben dabei darüber Aufschluss, wie viel Sicht Sie vom jeweiligen Platz auf die Ausführenden haben. Das Hörerlebnis ist auf allen Plätzen annähernd gleich gut. Alle 762 Plätze, davon fünf speziell für Rollstuhlfahrer:innen, sind garantierte Sitzplätze.
Veranstaltungsort
St. Anna
Veranstalter
Kirchenmusik bei St. Anna





