1512 | Die erste Orgel in der Fuggerkapelle
Die Hauptorgel in der Fuggerkapelle ist ein Konglomerat aus verschiedenen Zeiten. Die ältesten und zugleich wertvollsten Teile der heutigen Orgel sind die Flügelbilder an Hauptwerk und Rückpositiv von Jörg Breu d. Ä. (um 1475-1537) aus dem Jahre 1520/21. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Bau der Fuggerkapelle ab dem Jahre 1512. Jakob Fugger (1459-1525) stiftete dem damaligen Karmeliterkloster St. Anna einen Anbau, wo seine Brüder Ulrich und Georg sowie er selbst bestattet werden sollten. Diese "Fuggerkapelle" gilt als erster Renaissancebau Deutschlands. Seinen finanziellen Verhältnissen entsprechend - Fugger war der damals reichste Mensch der Welt - fiel diese Grablege entsprechend prachtvoll aus und sollte auch ein repräsentatives Orgelwerk enthalten. Mit dem Bau dieses 14 Register auf zwei Manualen und Pedal umfassenden Instruments beauftragte Jakob Fugger den kaiserlichen Orgelbauer Johann Behaim von Dobrau. Entscheidende Impulse zur Disposition und Intonation dieser Orgel kamen vermutlich vom bekannten Hoforganisten Paul Hofhaimer (1459-1537). Anmerkung am Rande: Jakob Fugger ließ sich seine Grablege im übrigen ein Vielfaches dessen kosten, was er 1521 für die weltweit erste Sozialsiedlung, die "Fuggerei" ausgab.





























