
Orgeln und Glocken

Immaterielles Kulturerbe
Die Dichte und Verlässlichkeit, mit der gerade in Deutschland (noch) in fast jeder Dorfkirche eine Pfeifenorgel steht, ist weltweit einzigartig! Daher wurde das Instrument Orgel gemeinsam mit der Orgelbaukunst als Handwerk 2017 von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erhoben. Alleine in Deutschland gibt es etwa 50.000 Pfeifenorgeln, die von ca. 400 Orgelbaufirmen betreut und gewartet werden.
Instrument der Rekorde

Instrument mit göttlichem Atem
Mag es wegen der vielen Rekorde sein oder weil sie in vielen Kirchen von Emporen, also gleichsam über den Dingen schwebend, erklingt: Die Orgel umweht immer eine gewisse überirdische Aura. Der nicht enden wollende, immerströmende Wind des Balges verleiht der Orgel einen "göttlichen Atem", der es ihr erlaubt, den Kirchenraum mit beliebig langen Klängen zu fluten. Der Komponist John Cage (1912-1992) ließ sich von diesem Aspekt für sein Stück ORGAN2/ASLSP inspirieren: "ASLSP" steht hierbei für "as slow as possible". So soll das Stück 639 Jahre (!) dauern. Die "Uraufführung" begann bereits 2001, in schon gut 600 Jahren wird also das große Finale zu hören sein. Haben Sie sich schon Eintrittskarten reserviert? Ganz im Ernst: Wenn der Klang davor und danach jahrelang derselbe bleibt, ist das Hinzutreten eines neuen Tons natürlich ein musikalisches Großereignis! Wer zum Aufführungsort in die ehemalige Klosterkirche St. Burchardi in Halberstadt kommt, hat das Gefühl, ein kleines Stück Ewigkeit zu erfahren.
Auf den nachfolgenden Seiten erfahren Sie alles zu den Instrumenten in St. Anna, angefangen von der Disposition der Hauptorgel in der Fuggerkapelle, über die Geschichte unserer Orgeln, dem geplanten Orgelneubau bis zu unseren sechs Glocken und weiteren Instrumenten.






























