Wie jedes Jahr findet auch zum 375. Jubiläum des Augsburger Friedensfests am 8. August um 19 Uhr ein Konzert in St. Anna statt. In diesem Jahr treffen zeitgenössische Friedensmusiken auf drei historische Kantaten von Bach, Telemann und dem Augsburger Friedrich Hartmann Graf (1727-1795). Ausführende sind vier Vokalsolist:innen, der Augsburger Motettenchor und die Capella St. Anna unter der Leitung von Johannes Eppelein.
Karten zu 12 € (ermäßigt: 8 €) sind bei freier Platzwahl online und an allen Vorverkaufsstellen von Reservix erhältlich. Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz beim festlichen Abschluss des 375. Friedensfests!
Quelle: Timo Harsch
Zum Abschluss des Friedensfests 2025 erwartet die Besucher*innen des Festkonzerts ein besonderer Höhepunkt: An die historische Tradition der Uraufführung einer Kantate für das Friedensfest anknüpfend, wurde seitens der Stadt Augsburg und der Freunde von St. Anna e.V. ein Kompositionsauftrag für das 375jährige Jubiläum des Friedensfests ausgeschrieben. Die geplante Uraufführung des Werks "Fragmente über Frieden" von Peter Berg musste nun leider kurzfristig abgesagt werden. Dennoch erwartet das Publikum ein außergewöhnliches, abwechslungsreiches Programm, das den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart spannt. Im Mittelpunkt wird dabei die Wiederaufführung einer historischen Friedensfestkantate von Friedrich Hartmann Graf (Kantor an St. Anna von 1773 bis 1795) stehen, die für das Jahr 1775 entstanden ist, ergo ihrerseits 250jähriges Jubiläum hat. Stilistisch in der Nähe von Haydn und Mozart stehend, trägt sie fraglos die Merkmale einer Festmusik: Trompeten, Pauken, Chor und im Zentrum eine Bravour-Arie für die Sopran-Solistin.
Weiter kommt die Choralkantate „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“, BWV 116 von Johann Sebastian Bach zu Gehör, die bereits im Kantatengottesdienst zum Friedensfest am 6. Juli in St. Anna erklang. Das Kantatenlibretto – wie z.B. im Tenor-Rezitativ: „Gedenke doch, O Jesu, dass du noch ein Fürst des Friedens heißest! Aus Liebe wolltest du dein Wort uns senden. Will sich dein Herz auf einmal von uns wenden, der du so große Hülfe sonst beweisest?“ – artikuliert die zeitlose Bitte um Frieden und Errettung aus Not und Strafe in so drängend-beklemmender Weise, dass man in der Bachforschung lange an einen aktuellen Kompositionsanlass glauben mochte. Auch für den Menschen von heute dürfte angesichts weltweiten Leids und kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen diesen Textzeilen die Theodizee-Frage unweigerlich mitschwingen. Trotz allen Zweifels schließt die Kantate ermutigend in der Hoffnung auf Gottes schützende Hand: „Wohlan, so strecke deine Hand auf ein erschreckt geplagtes Land, die kann der Feinde Macht bezwingen und uns beständig Friede bringen! O Jesu Christ, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten.“
Als dritte historische Friedensmusik kommt die wohl für den Reformationstag gedachte Kantate „Der Herr ist König“ von Georg Philipp Telemann zur Aufführung. Letztere umgibt eine durchaus komplizierte Quellenlage und Aufführungsgeschichte. Belegt ist aber eine Aufführung in Halle (Saale) zum 200jährigen Jubiläum des Augsburger Religionsfriedens im Jahre 1755. Musikwissenschaftlich fundiert aufgearbeitet und herausgegeben wurde das Werk erst kürzlich von Peter Berg – er wird am 8. August also zumindest mit einer Telemann-Kantate musikalisch anwesend sein, wenn schon nicht mit der Uraufführung der Neukomposition.
Im scharfen Kontrast zu den drei genannten Werken steht das eindrückliche "Dona nobis pacem" des lettischen Zeitgenossen Peteris Vasks (*1946) aus dem Jahr 1996/1997 für Chor und Streichorchester. Mit scheinbar geringem kompositorischem Aufwand, aber tief in der Klanglichkeit seiner lettischen Heimat verwurzelt erzeugt Vasks eine enorme emotionale Kraft. Immer wieder neu schichten sich die Chorstimmen - begleitet von Streichern - von innigem Piano zum Friedensappell in strahlendem Forte auf, ehe die letzte Friedensbitte leise-flehend verklingt. Das Werk legt somit auch ambivalente und kritisch-nachdenkliche Töne zu den ansonsten von Dank und Feierlichkeit geprägten Friedensmusiken hinzu und schlägt außerdem den Bogen zurück zur Chorreise des Madrigalchor bei St. Anna, der in den Pfingstferien in Riga für den Frieden sang.
Programm
Johann Sebastian Bach: "Du Friedefürst, Herr Jesu Christ" (BWV 116) Georg Philipp Telemann: "Der Herr ist König" Friedrich Hartmann Graf: "Auf das große Friedensfest 1775" Peteris Vasks (*1946): "Dona nobis pacem"
Mitwirkende
Carolin Jurkat (Sopran) Theresa Holzhauser (Alt) Martin Platz (Tenor) Matthias Lika (Bass)
Augsburger Motettenchor Capella St. Anna Kantor Johannes Eppelein (Leitung)
Tickets
sind über den Ticketanbieter Reservix erhältlich. Neben der Möglichkeit, sich online selbst ein Ticket zu buchen, können Sie auch zu einer der zahlreichen Reservix-Vorverkaufsstellen in Augsburg gehen oder die Tickethotline 0761-88849999 anrufen. Tickets sind außerdem zu den Öffnungszeiten im Kirchenmusikbüro in der Fuggerstraße 8 (nur Barzahlung) erhältlich.
Der Einlass zum Konzert ist mit dem klassischen Reservix-Ticket ebenso möglich wie mit einem print@home- oder einem Handyticket.
Die Karten (freie Platzwahl) kosten pauschal 12,- € (ermäßigt: 8,- €). Ermäßigungsberechtigt sind Menschen bis zur Vollendung des 30. Lebensjahrs sowie Menschen mit Behinderung (Grad der Behinderung ab 60%). Eingetragene Begleitpersonen benötigen kein Ticket und zahlen keinen Eintritt.