Das Thema „Frieden“ führt den Madrigalchor bei St. Anna unter der Leitung von Kantor Johannes Eppelein vom 18. bis 22. Juni nach Riga. Gemeinsam mit dem lettischen Chor AURA gestalten die 70 mitreisenden Sängerinnen und Sänger Konzerte unter dem Motto „Peace“ (dt. Frieden). Der internationale Austausch wird unterstützt durch die Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum, das Goethe-Institut sowie den Bayerischen Musikrat.
Madrigalchor reist als Augsburger Friedensbotschafter nach Riga
- 15.06.2025 -
Chorprojekt verbindet Augsburg und Riga
80 Jahre nach Kriegsende und vor dem Hintergrund zahlreicher weltweiter Konflikte setzt das Chorprojekt „Peace“ zwischen dem Madrigalchor bei St. Anna und dem lettischen Chor AURA ein musikalisches Zeichen für Verständigung und unterstreicht die Kraft der Musik als Brücke zwischen den Kulturen. Neben zahlreichen künstlerischen Höhepunkten steht der Austausch und die Probenarbeit mit dem lettischen Chor AURA ebenso auf dem Programm wie die intensive Begegnung mit der baltischen Chorkultur, in der Singen bis heute Teil der nationalen Identität ist. „Musik ist gelebte Völkerverständigung“, sagt Johannes Eppelein. „Wir kommen aus einer Stadt, die mit dem Hohen Friedensfest dieses Jahr zum 375. Mail an den Frieden erinnert. Diese Reise gibt uns die Möglichkeit, diese Botschaft nach außen zu tragen – gemeinsam mit unseren lettischen Partnern.“
Musik als Brücke zwischen den Kulturen
Höhepunkte der Konzertreise sind ein gemeinsames Friedenskonzert in St. Petri, mit dem Rigaer Dom der größte Sakralbau der Stadt sowie Auftritte im Probensaal des Lettischen Staatschores und auf dem traditionsreichen Gräsermarkt am Domplatz. Die Einladung der St.-Petri-Stiftung Riga unterstreicht die hohe Wertschätzung des Projekts auf lettischer Seite. Auf dem Programm stehen lettische Komponisten wie Pēteris Vasks, Ēriks Ešenvalds und Rihards Dubra genauso wie Werke deutscher und Augsburger Musiker, darunter Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn Bartholdy und Adam Gumpelzhaimer. Mit weiteren Stücken deutscher und internationaler Komponisten schlägt das Konzert einen großen musikalischen Bogen, verbindet verschiedene Epochen und Kulturen – getragen von der gemeinsamen Sehnsucht nach Frieden.
Workshop mit lettischem Komponisten Rihards Dubra
Ein weiteres Highlight der Reise ist ein Workshop mit dem international renommierten lettischen Komponisten Rihards Dubra. Die Sängerinnen und Sänger des Madrigalchors bei St. Anna und von AURA werden sein Werk „Herr, bleibe bei uns“ gemeinsam einstudieren und im Konzert zur Aufführung bringen. Dieser direkte Austausch verspricht nicht nur neue musikalische Einblicke, sondern auch einen besonders intensiven Zugang zur baltischen Klangsprache. Dem lettischen Chorsatz wird das bekannte deutsche Volks- und Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ im Satz von Max Reger zur Seite gestellt. „Die Begegnung zweier Klangkulturen eröffnet einen besonderen musikalischen Dialog, der Brücken baut und unsere musikalische Perspektive erweitert. Das werden sicherlich unvergessliche Momente“, sagt Eppelein.
Albert-Schweitzer Jahr 2025 bildet thematischen Rahmen
Die Konzertreise nach Riga steht auch im Zeichen des Albert-Schweitzer-Jahres 2025 und wird von der Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum unterstützt. Der Friedensnobelpreisträger, Theologe und Musiker wäre in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden. In Würdigung seines Wirkens wird in der evangelischen Kirche St. Anna in Augsburg im Rahmen des Hohen Friedensfestes am 9. Juli um 19 Uhr ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Weltkirchenrats, Friedenspreisträger der Stadt Augsburg und Träger der Albert-Schweitzer-Medaille, Bischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm stattfinden. Junge Augsburgerinnen und Augsburger diskutieren, ob und wie ein dauerhafter Frieden in Europa und darüber hinaus möglich ist, welche Verantwortung jeder und jedem Einzelnen zukommt und welche ethischen Grundsätze gelten müssen, damit auch kommende Generationen einer sicheren Zukunft entgegensehen können. Der Madrigalchor wird die Veranstaltung mit Stücken aus seinem Riga-Programm musikalisch begleiten. Alle Stücke der Konzertreise sind dann bei der Augsburger Chornacht am Samstag, 19. Juli um 19.30 und 21.30 Uhr in zwei 20minütigen Konzerten in St. Anna zu hören.
Unterstützung durch Goethe-Institut und Bayerischen Musikrat
Auch das Goethe-Institut fördert die musikalische Partnerschaft im Rahmen seiner kulturvermittelnden Arbeit großzügig. Es setzt sich weltweit für den Austausch zwischen Künstlerinnen und Künstler ein und vermittelt ein aktuelles Bild vom vielfältigen Musikleben in Deutschland. Mit über 1.000 Musikprojekten jährlich – vom professionellen bis hin zum Laienbereich – fördert das Institut die kulturelle Zusammenarbeit und schafft Räume für Begegnungen über Grenzen hinweg. Der Bayerische Musikrat unterstützt das Projekt im Rahmen der Förderung internationaler musikalischer Begegnungen durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.





