Über 50 Register und ein Fernwerk
An diesen weiteren Standorten könnten z.B. ein Echowerk, ein Chorwerk oder ein Fernwerk entstehen und die Lücken der aktuellen Orgeldisposition (z.B. durch spezielle Soloregister) schließen und insgesamt die Bandbreite der klanglichen Möglichkeiten erheblich steigern. Außerdem ließen sich dadurch stereo-artige Klangeffekte generieren und - womöglich erstmalig in der Geschichte von St. Anna - der ganze Kirchenraum könnte hör- und spürbar mit Klang gefüllt werden.
Durch die Aufteilung der Orgelanlage auf mehrere Standorte könnte das Instrument im Hauptgehäuse großzügiger mit den vorgegebenen, beschränkten Platzverhältnissen umgehen und dennoch insgesamt eine Größe von 50 bis 60 klingenden Registern auf vier Manualen und Pedal erreichen. Damit könnte sich die neue Orgel von St. Anna in die Reihe der herausragenden Instrumente anderer großer Kirchen, Kathedralen und Konzertsäle stellen.
Da St. Anna ein Ort der Kirchenmusik aus alter wie aus neuer Zeit ist und bleiben möchte, soll die neue Orgelanlage ein universelles Instrument sein, das die authentische Wiedergabe von Orgelliteratur sämtlicher Epochen ermöglicht, ohne sich zu sehr auf eine Epoche der Musikgeschichte einzuengen.
Um dem Gedanken einer fortwährenden Orgeltradition in St. Anna Rechnung zu tragen, fließen auch die Dispositionen und Klangeigenschaften der Vorgängerinstrumente in die Überlegungen zu einer neuen Orgel mit ein. Ebenso könnten die Metallpfeifen der alten Orgel eingeschmolzen und daraus neue Register gegossen werden, wodurch zumindest der Geist der alten Orgel in neuen Pfeifen weiterklingen würde.
Allerhöchste klangliche, handwerkliche und technische Qualität sowie technologische Meisterschaft muss das übergeordnete Ziel des Projekts sein, um eine Orgel zu schaffen, die auf Jahrzehnte hinaus ein herausragendes und inspirierendes Instrument für Organist:innen aus Nah und Fern ist. Eine wahrhafte "Königin der Instrumente", die die Orgellandschaft der Stadt Augsburg und ganz Bayerisch-Schwabens bereichert und ergänzt.